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Schwangerschaftstagebuch – Das erste Trimester

Die ersten drei Monate meiner zweiten Schwangerschaft sind jetzt auch schon wieder eine Weile her. Ich habe aber während dieser Zeit immer mal wieder Tagebuch geführt und meine Erfahrungen in Worte gefasst, als Erinnerung für mich — und wie ich jetzt beschlossen habe, auch für euch (zumindest diejenigen, die es interessiert). Ein Kind zu erwarten ist meistens ein wundervolles Erlebnis voller Vorfreude und ich weiss aus eigener Erfahrung, dass es schön ist von anderen Mütter zu hören, wie sie ihre Schwangerschaft erleben und sich darüber auszutauschen. 

Hier also mein Tagebuch (oder besser gesagt Wochenbuch) aus dem ersten Trimester:

22.12.2015. Positiver Test. Endlich ist es soweit. Ich habe es zwar eigentlich schon geahnt, aber trotzdem scheint es mir surreal einen positiven Test in der Hand zu halten. Das erklärt dann wohl auch meine Lust auf Orangensaft. Ich mag ja Orangensaft total gerne, nur kommt es mir eigentlich nie in den Sinn welchen zu kaufen, ausser wenn ich einen riesigen, massiven Kater habe — oder eben schwanger bin (was sich, wenn wir mal ehrlich sind, in den ersten drei Monaten etwa gleich anfühlt). Nun ja, mein Körper braucht dann wohl einfach die Vitamine zur Erholung. Bei meiner ersten Schwangerschaft mit meiner mittlerweile fast drei-jährigen Tochter hatte ich ständig Lust auf Orangensaft. Es war alles, was ich zu mir nehmen konnte, wenn mir morgens übel war. Gegen Ende des ersten Trimesters hat sich das dann geändert: Plötzlich musste ich einfach ständig essen! Solange ich etwas im Mund hatte, konnte es mir auch nicht übel sein. Ich habe also ohne Pause Futter in mich reingestopft. Oh, ich hoffe, dass es dieses Mal anders sein wird. Wir werden sehen. 😉

6. Woche. Okay, ging das mit der Übelkeit auch so früh los beim letzten Mal? Ich weiss es nicht mehr. Was mir bisher hilft: leichtes Cardio-Training (z.B. auf dem Cross-Trainer oder Stepper) für ca. 45 min. Das wirkt Wunder, zumindest bei mir. Am Anfang scheint es kurz schlimmer zu werden, aber dann verschwindet die Übelkeit (und ich fühle mich zudem super sportlich, so als Schwangere im Fitnesscenter, auch wenn das ja sonst niemand wissen kann so früh). Ich nehme mir fest vor bis Ende der Schwangerschaft mit dem Sport weiterzumachen (Nachtrag: Haha, genau!).

7. Woche. Nach den Festtagen mit all den Köstlich- und Süssigkeiten habe ich beschlossen die Schwangerschaft gleich als Grund zu nutzen, um wieder mehr auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Schliesslich esse ich ja jetzt nicht nur für mich, sondern auch für das Kleine in mir. In meiner letzten veganen Schwangerschaft habe ich mich gesund ernährt und zusätzlich Vitamin B12 supplementiert. Meine Blutwerte waren gut und mir und meiner Tochter fehlte es an nichts. Allerdings war mein Eisen ein Jahr nach der Geburt und am Ende der Stillzeit etwas tiefer als sonst. Dieses Mal habe ich viel gelesen und recherchiert und beschlossen noch genauer auf meine Essgewohnheiten zu achten. Viel Gemüse (insbesondere grünblättriges!), Früchte und vollwertige Kohlenhydrate, sowie Nussmuse und Pflanzenproteine in Form von Bohnen, Linsen und Tofu. Zudem habe ich mir einige Nahrungsergänzungsmittel gekauft. Nicht weil ich denke, dass es ohne nicht geht, aber einfach als Sicherheit. In einem hektischen Alltag mit Kind, Arbeit und Haushalt kann man nicht immer auf alles achten und perfekt kochen, deshalb nutze ich die heutigen Möglichkeiten meine Ernährung mit Supplementen zu ergänzen gerne. (Was für Supplemente ich empfehle, kannst du → hier nachlesen.)

8. Woche. Die Schwangerschaftsübelkeit hat voll und ganz eingeschlagen. Und mit voll und ganz, meine ich das ganze Programm, inklusive Übergeben! (juhui!) Konnte mich die letzten zwei Tage kaum überwinden die Tabletten zu schlucken, schon der Gedanke daran liess es hoch kommen. Das mit der ausgewogenen Ernährung klappt diese Woche auch nicht ganz so wie geplant: Ich esse Brot und Orangen, mehr eigentlich nicht. Aber ich bin zuversichtlich, dass es wieder besser wird.

Tipps gegen Schwangerschaftsübelkeit:

★ Eiswürfel auf der Zunge zergehen lassen.

★ Orangensaft trinken oder Orangen essen.

★ An Zitrone oder Limette riechen.

★ Frische Luft und Bewegung.

9. Woche. Eine gute Nachricht: Ich habe es geschafft meine Hebamme zu kontaktieren. Wieso möchte ich mich von einer Hebamme betreuen lassen? Ganz einfach, weil diese Frauen (und selten auch Männer?) genau für das ausgebildet worden sind, weil sie sehr viel Erfahrung mit sich bringen und mir alle Fragen beantworten können. Hebammen sind sozusagen die Superwomen der Schwangerschafts- und Geburtshilfe.

Bei meiner Tochter wurde ich im Wochenbett nach der Geburt von einer weisen und netten Hebamme mehrmals besucht. Sie sprach mit mir und meinem Partner über die Geburt, sie half mir mit den Kleinen, zeigte mir wie das Stillen funktioniert, gab mir Kraft, wenn meine Tochter viel schrie (was sie leider tat und das auch sehr laut!), sie beantwortete meine Fragen und gab mir Selbstsicherheit: kurz gesagt, ich habe ihr sehr viel zu verdanken!

Nach dieser Erfahrung wusste ich, dass ich für meine zweite Schwangerschaft eine Hebamme möchte, die mich von Anfang an begleitet und kennenlernt, so dass wir eine Beziehung aufbauen können und ich nebst meinem Partner bei der Geburt einen weiteren Mensch da habe, dem ich vertrauen kann. Meine erste Geburt war zwar auch sehr schön gewesen, doch gab es einige Schichtwechsel bei den Hebammen und ich kannte keine davon. Dadurch musste ich mich immer wieder auf eine neue Person einlassen (und sie ja auch), was vielleicht nicht immer optimal war.

10. Woche. Was wenn die Schwangerschaftsanzeichen auf einmal verschwinden? Wie die meisten werdenden Mütter mache ich mir natürlich Sorgen um das heranwachsende Wesen in meiner Gebärmutter. Der Gedanke einer möglichen Fehlgeburt bzw. eines Abort taucht unerwünschterweise (!)  immer mal wieder in meinem Kopf auf. Man versucht die eigene Freude etwas zu dämpfen, zumindest bis das erste Trimester überstanden ist. Und da kommen natürlich auch immer wieder kleine Panikattacken vor: OMG, seit einer Woche ist mir gar nicht mehr übel? Ist das ein schlechtes Zeichen? Baut mein Körper vielleicht das hcg-Hormon ab? Heisst das mein Baby lebt nicht mehr oder entwickelt sich nicht richtig? Da möchte ich jedes Mal am liebsten zur Frauenärztin laufen und mir per Ultraschall versichern lassen, dass alles in Ordnung ist. Nun ja, das geht selbstverständlich nicht und ich denke, es gehört auch zu Muttersein bzw. Mutterwerden dazu, zu lernen mit den eigenen Ängsten und Sorgen umzugehen. (Achtung: Sollte man Blutungen, starke Schmerzen, andere Beschwerden oder ernsthafte Sorgen haben, dass etwas nicht stimmen könnte, ist es selbstverständlich wichtig, einen Arzt zu konsultieren!) Also versuche ich mich abzulenken und mein Kopf mit positiven Gedanken zu füllen. Ein entspannendes Bad, eine kurze Meditation, oder einfach nur eine Folge meiner Lieblingsserie kann schon enorm helfen, mich wieder zu beruhigen. Aktuelle Lieblingsserie: The 100 (ich weiss, peinlich das zuzugeben.Wem gehts auch so?).

Was ich im ersten Trimester lese …

  • Marie F. Mongan: HypnoBirthing. Der natürliche Weg zu einer sicheren, sanften und leichten Geburt, 5. Auflage 2014. (ISBN:978-3-938396-209)
  • Sayward Rebhal: The Vegan Pregnancy Survival Guide, 2nd Edition, 2013. (ISBN: 978-0-9801440-3-1)

 

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