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Kleine Kinder, kleine Sorgen?

Alle Eltern kennen wohl diese immer wiederkehrenden Ängste und Sorgen betreffend das Kind und die eigene Elternrolle. Ist mein Kind gesund? Sind diese Wutausbrüche normal? Habe ich pädagogisch richtig reagiert? Hat mein Kind jetzt einen Schaden, weil ich es angeschrien habe? Isst es genug Gemüse? Bekommt es zu viel Süsses? Ist mein Kind zu klein? zu dick? zu dünn? Sollten wir als Eltern strenger sein? Oder etwas lockerer? Verwöhnen wir unsere Kinder zu stark? Ist dieser ständige Husten normal? Sollten wir x und y abklären lassen? Hat es sich bei diesem Sturz wirklich so fest weh getan?  … Ich könnte endlos so weiterfragen. Die Sorgen um die Kinder gehören zum Elternsein einfach dazu und zeigen wohl auch, dass wir unsere Kinder lieben und nur das Beste für sie wollen. Klar, wir tun, was wir können, hoffen und geben das Beste und meistens kommt ja alles gut. Trotzdem überkommen mich an manchen Tagen die Zweifel und ich habe das Gefühl, dass diese riesengrosse Verantwortung, die wir als Eltern haben, mich erdrückt. Diese Panik alles oder zumindest wichtige Dinge falsch zu machen, schlechte Eltern zu sein, den Kindern zu schaden. Dann schmiede ich neue Pläne, nehme mir vor dies und das besser oder anders zu machen. Manchmal tausche ich mich mit anderen aus, frage nach ihrer Meinung oder suche Bestätigung. Heute habe ich so ein Tag. Und während ich so über meinen Sorgen brüte und mein Tun und Lassen hinterfrage, stellt sich mir auch wieder die Frage, ob das mit der veganen Ernährung für meine Kinder wirklich gut ist.

Meine Antwort: JA, IST ES. Davon bin ich voll und ganz überzeugt. Ich weiss es einfach. Dennoch habe ich immer wieder das Gefühl meinen Mitmenschen beweisen zu müssen, dass es möglich ist gesunde, vegane Kinder grosszuziehen. Mir scheint, dass der Druck gesunde, normal entwickelte Kinder zu haben (was auch immer das heissen mag) für vegan lebende Eltern noch grösser ist als bei anderen. Hauptsächlich weil wir eine Minderheit sind und unsere Ansichten sowie unsere Ernährungsform einen starken Kontrast zu den hier verbreiteten Essgewohnheiten (und ethischen Überzeugungen) bilden. Es hilft auch nicht gerade, dass die vegane Ernährung in den Medien häufig unsachlich und teilweise mit schlecht recherchierten “Fakten” kritisiert wird. Kommt dann noch das Stichwort Kind dazu, sehen alle nur noch Rot. Je nach Bericht und Kommentaren bekommt man den Eindruck, wir seien eine Gefährdung für unsere Kinder und am besten sollte man gleich die KESB alarmieren und uns ins Gefängnis stecken.  😯  Auch wenn ich es besser weiss, lässt mich das natürlich nicht ganz kalt. Im Gegenteil, solche Reaktionen machen mich wütend und zugleich machen sie mir Angst. So kommt es dann, dass ich mich — trotz meiner zwei völlig gesunden und aufgeweckten Töchtern — bei jeder geringsten Abweichung von der Norm frage: Liegt es an der veganen Ernährung? Einerseits nervt mich das einfach nur unglaublich. Andererseits ist es wohl auch richtig so. Denn ja, die Gesundheit unserer Kinder ist enorm wichtig und sollte uns nie egal sein. Als Eltern sollten wir unser Verhalten, unsere Erziehung und auch die Art und Weise wie wir unsere Kinder ernähren und medizinisch behandeln, immer mal wieder hinterfragen. Nur so können wir Fehler erkennen und daraus lernen. Als Eltern sollten wir uns aber auch gegenseitig unterstützen und Mut machen. Miteinander ehrlich sein und einen offenen Dialog führen. <3

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